Erstkommunion 2021:

Ein Weg mit vielen Unbekannten

Sieht man die Vorbereitung auf die Erstkommunion als einen Weg an, der mit dem ersten Elternabend beginnt und der Feier der ersten heiligen Kommunion für die Kinder endet, so ist dies im Hinblick auf die Erstkommunion in diesem Jahr eine sehr idealisierte Vorstellung. Das Bild einer Safari oder einer Geländewanderung mit vielen Überraschungen trifft auf die zurückliegende Erstkommunionvorbereitung eher zu.

Der Start der Erstkommunion unter Corona-Bedingungen führte die Eltern aller fünf Pfarreien unserer Pfarreiengemeinschaft am 31. August 2020 in die St. Vitus-Kirche nach Bad Salzschlirf. Mit reichlich Abstand und mit einem Gefühl von Unsicherheit und Vorsicht war eine echte Begegnung und ein unbefangenes erstes Kennenlernen nur schwer möglich. Im Halbdunkel vor der Kirche fanden sich die einzelnen Pfarreigruppen zusammen und die interessierten Katechetinnen und Katecheten verabredeten sich für ein erstes Treffen.

Alles Weitere war ebenfalls geprägt von größter Vorsicht und großer Unsicherheit: Die Treffen der Kinder in zwei Kommuniongruppen, die Vorbereitungstreffen der Katechetinnen und Katecheten sowie die Gottesdienste mit Kindern und Eltern. Kinder und Eltern kannte ich als Verantwortlicher für die Vorbereitung fast die ganze Zeit über nur mit halbem Gesicht: die andere Hälfte verdeckten anfangs schicke und farbenfrohe Stoffmasken und später steril aussehende OP- oder FFP2-Masken. Durch die Möglichkeit von Online-Treffen bekam ich wenigstens die Katechetinnen und Katecheten mit vollständigem Gesicht auf dem Bildschirm zu sehen.

Ein Erstkommunionwochenende – ansonsten einer der Höhepunkte in der Vorbereitungszeit – war wie so viele andere Elemente der „Kommunionzeit“ nicht möglich. Auch alles andere, was den Kindern, den Katechetinnen und Katecheten und auch mir normalerweise viel Spaß im Zusammensein bringt, war in diesem Jahr nicht möglich. Wegen der hohen Inzidenzwerte im gesamten Frühjahr wurde schließlich die ganze Feier von April auf den Juli verschoben, in der Hoffnung, dann mehr Bewegungs- und vor allem Begegnungsfreiheiten vorzufinden.

Für die Vorbereitung ging es also in die Verlängerung. Erst bei unseren letzten WEG-Gottesdiensten, die wir an der Grotte – also im Freien – feierten, konnten wir endlich zusammen singen und klatschen und das Gefühl der Beklommenheit und der Angst vor unseren Nächsten ein wenig ablegen. Was für eine Wohltat!

Schließlich feierten wir in zwei Gruppen am Samstag, 03.Juli und am Sonntag, 04. Juli das große Fest der Begegnung mit Jesus Christus in der Eucharistie. Zwei Feiern, die ich als gelungen ansehe und die mit einer gemeinsamen Dankandacht am Sonntagnachmittag und einer Dankmesse am Montag ihren Abschluss fanden.

Die Kommunionkinder hatten zudem noch einen Ausflug nach Fulda mit WEG-Gottesdienst, Museumsbesuch und Eis-Essen am 15. Juli zur Beendigung ihrer Kommunionzeit. Und wer von ihnen das Erstkommunionwochenende noch nachholen will, konnte sich zu einem Termin im September anmelden, was auch einige genutzt haben.

Ein holpriger Weg kann auch zu einem guten Ziel führen. Schauen wir zurück, so müssen wir sagen, dass wir alle oft nicht wussten, wo der Weg weiter verläuft. Wir sind gut angekommen und haben sicher andere Erfahrungen gemacht als die Jahrgänge, bei denen eine verlässlichere Planung und mehr Begegnung möglich war. Wie sich diese anderen Erfahrungen auf die Zukunft jedes und jeder Einzelnen auswirken, werden wir sehen. – Ach ja! Das Motto unserer Vorbereitung ist dem Evangelium vom Seesturm entnommen und berichtet darüber, dass Petrus Jesus auf dem Wasser entgegengehen wollte, ihn aber die Angst packte und er unterzugehen drohte. Das Motto lautete:

„Vertrau mir, ich bin da!“

Haben wir alle das im zurückliegenden Jahr bemerkt, dass Jesus in der Krise an unserer Seite war und weiterhin dort steht? War das unser aller Motto in der Zeit der Corona-Pandemie von 2020/2021? Lassen wir uns vom Vertrauen unserer Kommunionkinder anstecken, die in der Krise ihren Weg zu und mit Jesus unverdrossen gegangen sind.

Ewald Vogel, Diakon

Kommunionfeier am Samstag, 03. Juli 2021

Von links nach rechts und von oben nach unten (ohne Ministranten):

4. Reihe: Pfarrer Joachim Hartel / Diakon Ewald Vogel

3. Reihe: Simon Kutschbach / Amelie Völlinger

2. Reihe: Eva Helblin / Lisa Malin Göbel

1. Reihe: Finley Kutt / Ben Henkelmann / Leon Markwart / Julius Volkert

Kommunionfeier am Sonntag, 04. Juli 2021

Von links nach rechts und von oben nach unten (ohne Ministranten)

4. Reihe: Pfarrer Joachim Hartel / Diakon Ewald Vogel

3. Reihe: Lea-Sophie Hainer / Marcel Schenk / Maikel Schenk

2. Reihe: Ronia Vaupel / Franziska Erb / Tim Paszkiewicz

1. Reihe: Anton Bornträger / Jonas Rippl / Lina Levke Wollin / Moritz Brehle